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1. Eintrag

Bern, den 04.11.1948

Liebes Tagebuch,

heute wurde ich von meinem Chef Dr. Lucius Lutz und Hauptkommissar Hans Bärlach zum Assistenten Hauptkommissar Bärlachs im Mordfall „Schmied“ gemacht. Das hat mich sehr verwirrt. Ich bin ja schließlich selbst der Mörder. Das wissen die zuständigen Personen bei der Polizei aber nicht, hoffe ich zumindest. Soll ich mich jetzt etwa selbst ausfindig machen? Ebenfalls befand ich mich ja eigentlich offiziell im Urlaub.

 

Wieso wurde gerade ich ausgewählt? Herr Lutz schätzt mich. Aber Herr Bärlach verabscheut mich. Er hat mich schon immer für nicht so fähig und gebildet wie Schmied gehalten. Schmied war für ihn immer der Bessere. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum ich Schmied getötet habe.

Vielleicht hat mich ja auch Lutz, der eigentlich vom Dienstgrad her über Bärlach steht, bestimmt, um Bärlach zu verärgern, denn die beiden Herren mögen sich nicht wirklich.

 

Der Hauptkommissar war bei dem heutigen Gespräch fast wie immer. Er war nämlich kränklich und alt. Doch er war auch sehr seltsam. Der alte Mann berichtete, dass er schon wisse, wer der Mörder ist. Doch er könne es nicht beweisen, weil er noch warte, dass sein Verdächtiger und auch ich ihm die passenden Beweise liefert. Wieso werde ich zum Assistenten in diesem Fall berufen, wenn er den Täter schon kennt? Doch was mich noch viel mehr beunruhigt, ist die Annahme, dass Bärlach mich für den Täter hält und mit mir nur noch ein grausames Spiel spielen möchte. Vielleicht will er mich „ausbluten“ lassen und sich dabei amüsieren, wie ich versuche, andere meiner Tat zu bezichtigen und mich dann schließlich, wenn ich mich selbst verraten habe, festnehmen lassen. Doch ich glaube, dass ist eine überempfindliche Angst meinerseits. Die Verwirrung, dass ausgerechnet ich als der Täter selbst, zur Aufklärung des Falls beitragen soll, hat das bei mir ausgelöst. Vermutlich gibt es andere Gründe, warum ich zu diesem Posten berufen wurde. Meine Tat war eigentlich perfekt. Kein Polizist wird mir je die Schuld beweisen können bzw. darauf kommen, dass ich – ein „ungebildeter“ Polizist Schmied getötet habe. Ich befinde mich momentan in einer optimalen Situation. Ich kann alle Spuren so vertuschen und falsche Verdächtigungen inszenieren, um mich meiner Strafe zu entziehen.

 

Bis dann

Dein Rudolf

 

11.2.09 17:06
 


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